Sind die Dänen wirklich relaxter als wir?

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Skandinavien mochte ich schon immer gerne.
Meine Leidenschaft für diesen Landstrich begann, als ich in den späten 80ern als Jugendliche 2 Jahre hintereinander in Schweden mit einer Jugendfreizeit unterwegs war.
Diese Landschaft, diese Menschen – einfach einen Tick entspannter als zu Hause.
Und ich komme gebürtig aus einer Kleinstadt!
Aber irgendetwas war besonders hier im Norden – und ich fühlte mich jedes Mal sehr wohl.

Im April diesen Jahres hatte ich die Chance berufsbedingt für einen Tag nach Kopenhagen zu reisen.
Einmal war ich schon hier gewesen – allerdings auch nur kurz, für einen Tagesausflug von Fehmarn aus: morgens hin – nachmittags zurück.

Dieses Mal also wieder ein Tag Kopenhagen -und ich freute mich wie Bolle!
Leider war der Tag wettermässig ziemlich durchwachsen. Aber das machte mir nicht viel aus.
Da mein Termin überraschend schnell verlieft hatte ich danach bis zum Rückflug noch 5 Stunden Zeit um durch Kopenhage zu schlenden.
Aber fangen wir mal am Morgen an…

Flugzeug über den Wolken fliegen Himmel

Los geht’s

Obwohl es ziemlich früh am Morgen los ging und ich mich im Flieger noch auf meinen Termin vorbereiten wollte, sah der Himmel über den Wolken wie immer sehr beeindruckend aus.

Leider habe ich – vor lauter Begeisterung gar kein Bild von der Öresundbrücke gemacht.
Denn das ist schon ein verdammt beeindruckendes Bauwerk! Allerdings es war früh am Morgen und ich mit meinen Gedanken wahrscheinlich auch schon weiter im Tag.

Solltet ihr also irgendwann einmal das Glück haben nach Kopenhagen zu fliegen – haltet die Augen auf!
Oder fahrt einfach direkt drüber. Dann könnt ihr euch sogar entscheiden, ob ihr lieber nach Dänemark oder doch vielleicht nach Schweden wollt ;-).

Egal – in Kopenhagen angekommen ging’s dann erstmal per Taxi zu meinem Termin.
Meine ursprüngliche Sorge „ich habe ja gar keine Kronen gewechselt“ wurden schon vor Antritt der Reise besänftigt. „Kein Problem – da kannst du auch die kleinsten Beträge mit Karte zahlen“.
Trotzdem – ich war skeptisch, hatte jedoch -außer ein paar Euros – nichts in der Tasche.

Also rein ins nächste Taxi und los.
Weiterhin sehr angenehm: in Dänemark spricht – vermutlich – JEDER fließend englisch.
Und das sogar in einer sehr gut verständlichen Art und Weise!
Ich meine – wer kann sich auch schon mit Dänisch-Kenntnissen brüsten? Und so kam ich ein bisschen mit dem Taxifahrer ins Plaudern, der schnell herausfand, dass ich aus Deutschland komme.
Sofort wechselte er die Sprache und sprach noch dazu sehr gut deutsch. Er erzählte mir etwas über Kopenhagen und dass er schon in der Schule sogar Deutsch gelernt habe. Seine Lehrerin hätte damals gesagt „Hauptsache Du sprichst die Sprache. Deutsch ist schwer! Aber ob Du nun die oder das Mädchen sagst – die Deutschen verstehen es“.
Ein sehr pragmatischer Ansatz – und wie Recht sie damit hatte…

Erster Eindruck

Aufgefallen ist mir auch, dass die Dänen einen entspannteren Eindruck machen als meine tagtäglichen Mitbürger.
Wir fuhren also mit dem Taxi vom Flughafen nach Kopenhagen City-Center. Dickster morgendlicher Berufsverkehr. 4-spurige Strasse. Gefühlte 2,8 Millionen Autos (was vermutlich nicht stimmen kann, denn das hieße ja, das jeder zweite Einwohner Dänemark ein Auto hat. Und gemessen an der Zahl der Fahrräder, die mir an dem Tag begegnet sind…. ich bin skeptisch!).
Alle wollen schnell weiter.
Hier würde vermutlich Chaos, Stinkefinger, wüste Schimpf-Tiraden und Hupkonzerte geben. In Dänemark (oder lag’s am Nieselregen und dem grauen Morgen?) -> RUHE.
Nix Hupen, alle scherten vorschriftsmäßig im Reißverschluss-Verfahren in die diversen Spuren und Ausfahrten ein – himmlische Ruhe, abgesehen von den Motoren-Geräuschen.

Mein Termin startete dann sogar 5 Minuten früher als geplant (wo gibt’s denn sowas?) und dafür auch kürzer als vorgesehen. Gutes Zeichen? Schlechtes Zeichen? Keine Ahnung – ich hab’s positiv verbucht.
Da ich meinen Rückflug jedoch sehr grosszügig gebucht hatte (man weiß bei solchen Terminen ja nie so wirklich was passiert), hatte ich nun noch massig Zeit die Stadt zu erkunden.

Mein Trip in die Kopenhagener Innenstadt

Gesagt – getan.
Also wieder ins Taxi, per Kreditkarte bezahlt (das war wirklich überhaupt kein Problem. Ohne ein Augenzucken wird die Karte entgegengenommen und die Fahrt abgerechnet. Hier muss man das ja vor Fahrtbeginn anmelden – nicht so in Dänemark. Nicht mal schief angeguckt wird man) und ab in die Stadt.
Gestartet bin ich dann am Schloss – das erschien mir irgendwie am zentralsten. Genau pünktlich zur Wach-Ablösung war ich dann auch vor Ort.



Der Wettergott meinte es an diesem Tag leider überhaupt nicht gut mit mir.
Als ich mich auf den Weg zur „kleinen Meerjungfrau“ machte fing es bereits an zu Regnen.
Nun gut – ich hatte ja einen Schirm dabei.

Ich war schon einmal bei der Statue. Nun gut – beim ersten Besuch hatte sie mich nicht sehr beeindruckt sondern eher enttäuscht. Ich hatte sie mir viel grösser vorgestellt. Jedoch ging es mir beim ersten Mal „Brandenburger Tor“ in Berlin genau so.
Dennoch sollte die kleine Meerjungfrau irgendwie in Kopenhagen abgehakt werden – also los.

Auf dem Fussweg dorthin vorbei am Opernhaus von Henning Larsen und ein paar Kunstwerken am Wegesrand.


Leider leider – der Himmel auf dem Opern-Foto lässt es schon erahnen. Es gab dann einen solchen Wolkenbruch, dass selbst mein Regenschirm den Fluten nicht Stand halten konnte. Ich wurde ziemlich schnell ziemlich nass.
Nicht schön! Hatte ich doch noch ein paar Stunden Aufenthalt vor mir. Aber gut,hilft ja nix. Daher schnell unterstellen wo möglich. Mit einer dänischen Familie und einer Italienerin zusammen. Die Italienerin hatte „Angst vor Blitzen“. Die Dänen waren entspannt.
Schon wieder!
Immer diese Entspannung – ist das Standard oder einfach nur Zufall?
Schnell untergestellt, den Schirm aufgespannt und warten.
Warten bis der Wolkenbruch zu Ende ist und die arme Italienerin beruhigen.
Völlig durchnässte Business-Leute eilten an uns vorbei. Nur ein leises Fluchen, den Schirm,wenn vorhanden, schnell aufgespannt und weiter ging’s.
Wie immer war dann auch irgendwann dieser Schauer zu Ende und es ging weiter für mich.

Erstmal in ein gemütliches Café (von dem ich dummerweise keine Fotos gemacht habe). Mit vielen Pflanzen, leckerem Kaffee und einem leckeren Sandwich. Irgendwann waren auch meine Hosenbeine wieder getrocknet. Also ging es weiter.
Was mir auffiel -> irgendwie ist in Kopenhagen scheinbar alles Design.

Design an jeder Ecke

Dänemark ist ja bekannt für kreative Menschen und hat schon einige (ich sage nur Arne Jacobsen, JØrn Utzon oder Erik MØller bei den Architekten und Arne Jacobsen, Verner Panton, Poul Henningsen bei den Designern – und das sind nur wenige…) berühmte Persönlichkeiten hervorgebracht.

Ich finde nichts schöner als einfach durch die Gassen zu schlendern und Dinge zu entdecken….



Irgendwie kam mir das Meiste einfach „schön“ vor.
Die Schaufenster-Auslagen, die Shops – alles „Design“ und „hygge“.
Umfasst denn „hygge“ auch Design?

Was ist denn alles „hygge“?

Ich habe letztens mal das „Hygge-Buch“ gelesen, weil man ja in keinem Buchladen drum herum kam.
Irgendwie scheint etwas dran zu sein an der dänischen Entspanntheit.

Noch schnell die Fassade von Diesel aufgefallen, den Marimekko-Laden bestaunt (warum gibt’s Marimekko bislang nur einmal in Frankfurt bei uns?) und durch den Arket-Shop gewandert. Arket mag ich auch sehr. Kennt ihr die Marke? Leider gibt’s in Deutschland auch nur zwei Läden bisher. In  Berlin und München.

 

Viele Fahrradfahrer (die weniger entspannt fuhren) und bei denen man aufpassen musste, nicht über den Haufen gefahren zu werden waren unterwegs. Je später der Nachmittag jedoch wurde, desto mehr füllten sich auch die Cafés und Restaurants in Nyhavn .


Lauter bunte Häuser reihen sich hier aneinander und ein Restaurant-Bistro-Café ebenfalls.
Nyhavn ist eines DER Vergnügungsviertel in der Stadt. Und gerade jetzt (es war gerade einmal 17 Uhr) füllte es sich. Dabei waren es nicht hauptsächlich Touristen, die sich hier niederliessen (wer reist auch schon im April nach Kopenhagen?). Sondern offensichtlich Einheimische, die aus ihren Büros kamen und sich hier mit Freunden und/ oder Familie zu treffen.
17 Uhr nachmittags – bei uns weitestgehend undenkbar, sich zu treffen.
In den meisten Fällen wird man von den Kollegen schief angeguckt und provokant gefragt, ob man einen Halbtagsjob hat (ich spreche aus eigener Erfahrung). Aber muss das so sein?

Noch ein Stück weiter durch die Stadt, am ein-oder-anderen Graffiti vorbei….


… dem ein-oder-anderen Café…

.. dann musste ich mich dann aber auch doch schon wieder ins nächste Taxi schwingen und zum Flughafen fahren lassen.

Schön war der Tag in Kopenhagen und eine Frage stelle ich mir nach wie vor:
Sind die Dänen wirklich relaxter als wir?
Nehmen sie vielleicht nicht alles immer so schwer – leben sie leichter?
Lassen sie einfach auch mal um 17h den Stift fallen um sich mit Freunden und Familie zum Essen zu treffen (so wie es im HYGGE-Buch beschrieben ist)?
Wisst ihr mehr darüber?
Vielleicht sollten wir uns einfach mal ein paar „Eigenheiten“ von unseren nördlichen Nachbarn abschauen.

Fest steht – ich mag die Skandinavier. Und ich komme garantiert wieder!

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