Kenn’se schon…. Fotografin ALINA GROSS

Portrait-Foto: Evangelos Rodoulis
[ Werbung durch Namensnennungen und Verlinkungen – unbezahlt und unbeauftragt]

Kenn’se – ich komme gebürtig vom Niederrein.
Allerdings dem Teil Niederrhein, der an die Grenze zum Ruhrpott liegt.
Kenner werden sich hier streiten wo der eine Teil Gegend beginnt und der Andere endet.
Mir persönlich ist es egal – ich nehme einfach von Beidem das Beste für mich mit.
Dazu zählt auch, dass man Worte abkürzt und miteinander verbindet. So wird aus „Kennen Sie schon“ eben „Kenn’se schon“.
Schließlich muss heute alles schnell gehen und zu viele Worte hat man über den Tag gesehen auch nicht zu vergeben.

Unter „Kenn’se schon“ möchte ich gerne interessante Leute vorstellen und über sie berichten. Als ich mir mögliche Themen für den Blog überlegte fiel mir auf, dass es in meinem Freundes- und Bekanntenkreis sehr interessante Persönlichkeiten gibt, die etwas zu Sagen und zu Zeigen haben.
Den Anfang macht heute Alina, Fotografin aus Bochum. Inzwischen somit auch ein „Kind des Ruhrpotts“ womit sich der Kreis schließt.

Woher kenne ich Alina?

Alina habe ich kennengelernt, als unsere Kinder noch ganz klein und gerade geboren waren. Alinas Tochter und unser Sohn sind fast gleich alt und Alina hatte damals die Idee ein paar Kinder-Motto-Shootings zu veranstalten. Somit trafen wir uns zum Beispiel im Wuppertaler Rathaus oder zum Thema „Schneewittchen und die sieben Zwerge“.


Schöne Bilder sind dabei entstanden.
Inzwischen lebt Alina mit ihrer Tochter und ihrer neuen Liebe in Bochum, ist vor nicht allzu langer Zeit zum zweiten Mal Mama geworden und arbeitet freiberuflich weiterhin als Fotografin.
Als wir uns letztens auf einer Geburtstagsfeier trafen, kam mir die Idee zu diesem Interview. Alina war direkt bereit mitzumachen. Danke dafür! Somit ist sie nun meine erste Interview-Partnerin.

Ich mag ihre Bilder sehr. Sie sind sehr künstlerisch. Ich habe sie somit gebeten mich einmal einen kurzen Blick hinter die Kulissen – zu ihrer Person, ihrem Werdegang, ihrer Arbeit und ihrem Leben – werfen zu lassen.

Aber lest selbst:

Wer ist Alina – bitte stelle Dich kurz in 5 Adjektiven vor:
begeisterungsfähig, beobachtend, melancholisch, verrückt, kreativ

Wolltest Du schon immer Fotografin werden?
Mit 18 hat mich eine Mitschülerin als Model „benutzt“. Das war die Initialzündung.

Wenn Du nicht Fotografin wärst – was wäre dann dein Berufswunsch geworden? 
Übersetzerin oder Psychiotherapeutin denke ich.

Was zeichnet deiner Meinung nach eine/n gute/n Fotografen/ Fotografin aus?
eine besondere Art, Dinge zu sehen und in seiner eigenen Handschrift darstellen zu können.

Ein Blick hinter die Kulissen…

Dein Lieblingsmotiv?
Mein Körper ist ein immer wiederkehrendes Motiv. Den sehe ich aber mehr als Mittel zum Zweck, als Lieblingsmotiv.

Deine Arbeiten sind sehr künstlerisch. Woher nimmst Du die Inspiration für die Komposition deiner Bilder?
Es sind lediglich Beobachtungen und Darstellungen meines Umfeldes.

Meinst Du, dass Deine Herkunft (Du bist in der Ukraine geboren) in deine Arbeit mit einfließt?
Ich bin als Jüdin in der Ukraine geboren. Meine Religion sowie Herkunft fließen bestimmt in meine Arbeit mit ein. Die russische Melancholie ist ein Teil dessen, genauso die jüdische Spiritualität sowie die deutsche Affinität zur Technik.

Du warst einige Jahre als Gastdozentin am Fashion Design Institut Düsseldorf im Fach Fotografie/ Modefotografie tätig. Was war für Dich das Interessanteste in dieser Zeit?
Mir hat die Arbeit mit den Studenten sehr viel Spaß gemacht. Zu sehen, wie sie wachsen, besser und kritischer werden und sich weiterentwickeln hat große Freude gemacht. Allerdings musste ich da auch lernen, mal laut zu werden, durchzugreifen (Ära der Smartphones) und den Studenten Grenzen zu setzen.

Du bist Fotografin und Mutter von 2 Kindern. Wie bekommst Du Job und Familie unter einen Hut?
Wie jede berufstätige Frau mit Kindern ist es ein Spagat zwischen Job und Familie. Dabei lässt sich gerade die Selbständigkeit gut mit Familie vereinbaren.

Hat sich die Fotografie verändert?

Was ist das Interessanteste an deinem Job? 
Es ist spannend, mit neuen Menschen zu arbeiten – sich quasi immer neu zu erfinden.

Hat sich der Fotografie-Markt in Zeiten von Instagram & Co in den letzten Jahren verändert?
Die Fotografie ist nicht mehr eine Sache, die die Elite ausüben kann, sondern sie ist demokratisiert worden. Jeder der möchte und gut ist, kann es zu etwas bringen. Das Vernetzen mit Galerien und Bildredakteuren ist durch teilen, liken und kommentieren transparent und zugänglich geworden. Das ist großartig!

Ist heutzutage die Selbervermarktung der Schlüssel zum Erfolg?
Die Selbstvermarktung war schon immer der Schlüssel zum Erfolg. Ja, das stimmt. Ich glaube aber auch daran, dass sich wahres Talent durchsetzt und richtig gute Bilder Ikonen werden. Romantisch, die Vorstellung, nicht wahr?

Welche Eigenschaften brauchst Du, um als Fotograf erfolgreich zu sein?
Durchhaltevermögen, Visionen, Spaß und einen langen Atem.

Hast Du vor dem Beginn eines Shootings eine genaue Vision, wie das Bild zum Schluss aussehen soll oder bist Du eher spontan und flexibel?
Es ist gut, eine Vorstellung vor dem Shooting zu haben. Meistens kommt es aber doch anders…

Wenn Du die freie Wahl hättest: Welche Persönlichkeit würdest Du gerne einmal fotografieren?
Kate Moss, Linda Evangelista, Vivienne Westwood

Und warum gerade diese Personen?
Sie haben viel Erfahrung von der ich noch etwas lernen kann.

Wie wichtig ist heutzutage die Nachbearbeitung von Fotos?

Ich glaube, die Bildbearbeitung wird heute überschätzt. Ich mag es nicht, wenn Bilder zu bearbeitet aussehen.

Welchen Tip kannst Du einem Foto-Anfänger geben, der seine Fotos sofort verbessert?
Es gibt kein allgemeines Rezept. Bei Technikfragen kann man sich Hilfe über Tutorials holen. Bei Personenaufnahmen hilft Reden und Spaß haben!

Nächste Projekte

Magst Du mir verraten: Was sind deine nächsten Projekte? Und gibt es die Möglichkeit, Deine Werke demnächst in Ausstellungen oder Zeitschriften, Büchern etc. zu sehen? 
Na klar! Am 19.10.2018 wird erstmal die Gruppenausstellung „Girls Gaze“ in Düsseldorf eröffnet.

Sonst lade ich euch auf mein Vogue Italia-Profil ein. Dort werden neue Arbeiten von mir zu sehen sein.

Lieben Dank nochmal Alina. Dass Du den Anfang gemacht und meine Fragen so ausführlich beantwortet hast!

Wer noch mehr über Alina erfahren möchte findet u.a. weitere Fotobeispiele auf ihrer Homepage.

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1 Kommentar

  1. Liebe Martina, das ist der erste Blog, den ich gelesen habe und er gefällt mir sehr gut. Du hast abwechslungsreiche Themen und schreibst sehr kurzweilig. Nach einem langen und abwechslungsreichen Tag, ist das „Treffen“ mit dir auf der „Couch“(ich lese deinen Blog auf meinem Handy) sehr entspannend.
    Ich freue mich auf deine weiteren Ideen und wünsche dir viel Freude an deinem Blog. Beate

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